
Konsequenz zeigte der Vorstand des CfB Soest, als er sich nach eingehender Diskussion auch mit dem Bogenbezirksreferenten Lars-Derek Hoffmann auf die Durchführung der Bezirksmeisterschaften auf die 2G+-Regel einigte. Umso ärgerlicher allerdings, dass von den sowieso nur 115 Startern – üblich sind im Schnitt 160 – 35 überwiegend ohne Abmeldung gar nicht erst erschienen. „Das hat uns leider viel Arbeit gemacht, weil wir ja immer von der hundertprozentigen Scheibenbelegung ausgehen müssen“, zeigte Sportleiter Martin Hinse wenig Verständnis für die Einstellung einiger Schützen.
Vor dem Haupteingang der ConvoS-Sporthallen prüfte Leonie Adamski zwei Tage lang die Impf- und Testdokumente, legte jedem das zum jeweiligen Durchgang farblich passende Armband um. Somit war immer ersichtlich, wer sich im Hallenbereich aufhalten durfte. Das von Edwin Pusch vorbereitete Laufwegekonzept verhinderte, dass sich Schützen und Helfer trotz Maskenpflicht in die Quere kamen. Um beim Catering nicht mit Bargeld hantieren zu müssen, wurden am Halleneingang Wertmarken verkauft. „Wir haben alles Erforderliche getan und sind über die geltende Corona-Schutzverordnung hinausgegangen, um allen Anwesenden ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten. Auch auf die Siegerehrungen wurde verzichtet, die Medaillen werden nachgeschickt. 2G+ – für uns alternativlos“, war Vorsitzender Bernd Wünsche von Organisation und Verlauf der Meisterschaft überzeugt.
Gleich am ersten Tag gab es Medaillen für die heimischen Bogenschützen. Fin Lukas Hein (Herren Compound, 575 Ringe) holte Silber, Bronze ging an Alex Reimer (567). Von den vier Compounddamen konnten nur zwei starten, sodass kein Team zustande kam. Karina Granitza überzeugte als Dritte mit 561 Ringen, Kony Achinger (532) wurde Sechste.
Im zweiten Durchgang sicherte sich Recurve-A-Schülerin Leonie Franke Gold mit erneut guten 502 Ringen, distanzierte ihre Gegnerinnen deutlich. Eike Beißner (Herren Blankbogen, 376) gewann konkurrenzlos, Silber ging an Ingo Achinger (462) in der Masterklasse.
Am zweiten Tag folgten die Wettkämpfe der Recurveschützen in den Klassen Damen, Herren, Junioren, Jugend und Master. Die drei Herren Fabian Maruhn (5., 538), Markus Müller (6., 537) und Tobias Vielemeier (13., 401) sicherten sich zumindest Teambronze. Im Damenteam, das Gold holte, gewann Bundesligaschützin Rabea Moschner mit 564 Ringen auch den Einzeltitel. Julia Krause-Mankowski schoss bei ihrer BM-Premiere mit 464 Ringe neue Bestleistung, wurde Vierte vor Stefanie Schwarz-Beißner (417). Von den vier Masterklassenschützen traten nur zwei an. Stefan Franke wurde Vierter mit neuer Bestleistung (518), Edwin Pusch (451) kam über Platz zwölf nicht hinaus.
Die vier Junioren rundeten die Meisterschaft mit einem Medaillensatz ab. In der Einzelwertung ging Gold an Xenia Wünsche (Juniorin, 531) und Bronze an Junior Luca Keysselitz mit persönlicher Bestleistung von 547 Ringen. Leo Mies (5., 463) und Dorian Krilleke (6., 394) vervollständigten die Wertung. Das Team beendete mit Silber die diesjährige Bezirksmeisterschaft.
Wie hoch der sportliche Wert letztendlich einzuordnen ist, bleibt ebenso abzuwarten wie die Westfalenmeisterschaft Ende Januar 2022 in Dortmund, zumal zwei der sieben Bezirke des Westfälischen Schützenbundes ihre Meisterschaften abgesagt haben. Zumindest lagen für die 19 der 27 gestarteten Soester Bogensportler die Freude über errungene Medaillen und neue Bestleistungen und der Frust über geplatzte Teams mit absoluten Goldchancen recht eng beieinander.
