
Nach zweijähriger Pause feierte die 70-Meter-Bundesliga des Deutschen Bogensportverbandes (DBSV) für Recurveschützen ihr Comeback. In Magdeburg trafen sich die zehn Teams, um an zwei Tagen gegeneinander anzutreten. Der Wettbewerb ist äußerst interessant, fordert neben einer guten Schießtechnik vor allem Konstanz, Ausdauer und Durchhaltevermögen. Jede Mannschaft stellt ein 4er-Team, indem jeder Schütze gegen jeden Schützen der gegnerischen Mannschaften jeweils 6 Pfeile (= eine sog. Passe) schießt. Ein Match besteht also aus vier Sätzen, indem auch Schützen ausgewechselt werden können. Pro Satzgewinn gibt es einen Punkt, sodass maximal sechszehn Punkte möglich sind. Bei Gleichstand eines Satzes gibt es ein Stechen. Gewonnen hat der Schütze, dessen Pfeil am nahesten vom Scheibenzentrum getroffen hat. Die siegreiche Mannschaft erhält zwei Punkte und für ein Unentschieden einen.
Coach Martin Hinse konnte ein Team von sechs Schützen mit Ligaerfahrung aufbieten: die beiden Bundesligaroutiniers Fabian Maruhn und Markus Müller, die zuvor schon mehrere Bundesligajahre für den ostwestfälischen SV Oberbauerschaft gestartet sind, sowie Xenia Wünsche, Luca Keysselitz, Ruth Fischer und Stefan Franke, allesamt erstmals in der 70m-Liga dabei. Die aktuelle deutsche Hallenmeisterin, Rabea Moschner, sowie Lennart Mertens waren leider verhindert, was sich vor allem am zweiten Tag deutlich bemerkbar machte. Zudem setzten permanente, kaum auszurechnende Windböen den CfB-Schützen an beiden Tagen zu.
Der erste Tag begann mit einem 11:5-Sieg gegen den Ausrichter PSV Magdeburg. Markus Müller, Luca Keysselitz, Fabian Maruhn und Ruth Fischer, die das Kernteam bildeten, überzeugten mit hohen Ringzahlen (712:678). Gegen Stapelfeld folgte eine unglückliche 6:10-Niederlage, wobei im vierten Schießen Xenia Wünsche für Fischer eingewechselt wurde. Spannend wurde das Match gegen Carl Zeiss Jena. Beim 8:7 für Soest musste ein Stechen entscheiden. Markus Müller traf die Zehn, Vincent Olschewski die Neun. Umjubelter Sieg für Soest. Danach gab es zwei deutliche Niederlagen gegen Aufsteiger BSC Oberauroff (1:15), wobei Stefan Franke den Ehrenpunkt holte, und BSC MASA Mülheim (4:12). Die hätten wir schlagen können und auch müssen. Die Punkte waren fest eingeplant, aber es lief von Anfang an nicht, resümierte Hinse am Ende des Tages.
Am zweiten Tag verloren die CfB-Schützen sämtliche Matches durch knappe Sätze mit oft nur einem Ring infolge fehlender Konstanz in den einzelnen Passen. Trotz mehrfachen Wechselns, wurden entscheidende Sätze gegen SG Zepernick, HBG Hamburg und BSC Kakenstorf (alle 6:10-Niederlagen) nicht gewonnen, Aufholjagden nicht belohnt. Vor allem Luca Keysselitz haderte mit seinem Bogenmaterial, traf nicht wie gewohnt und war irgendwann demoralisiert. Auch Stefan Franke und Xenia Wünsche trafen nicht wie erhofft, während Markus Müller (34 von 36 Einzel), Fabian Maruhn (30) und Ruth Fischer (29) mit ihren Kräften am Ende waren.
Coach Martin Hinse war verständlicherweise leicht geknickt: Unsere personelle Situation war schwierig, das wussten wir. Aber das Team hat das Potenzial, einen angestrebten Mittelfeldplatz zu erreichen. Bis zum dritten und vierten Spieltag am 18./19. Juni in Stapelfeld bei Hamburg muss jetzt das Training deutlich angezogen werden. Wir hoffen natürlich auf einen Start von Rabea und Lennart.
Tabelle
Pl. Verein Punkte Ringe
1. SV BW Oberbauerschaft 18: 0 6869
2. BSC Oberauroff 14: 4 6997
3. BSC Nordh. Kakenstorf 13: 5 6694
4. VSG Stapelfeld 12: 6 6602
5. SG Einheit Zepernick 12: 6 6693
6. SV Carl Zeiss Jena 6:10 6367
7. PSV Magdeburg 4:14 6354
8. BSC MASA Mülheim 4:14 6660
9. CfB Soest 4:14 6139
10. HBG Hamburg 3:15 6357
